Urlaubs-/Sommertörn 2016 – Teil 3 (Warnemünde – Barth – Zingst)

Urlaubs-/Sommertörn 2016 – Teil 3 (Warnemünde – Barth – Zingst)

7.00 Uhr, Augen auf, Luke auf, der morgentliche Blick nach draußen. Alles gut. Etwas mehr als 70 Seemeilen unter Motor. Ein bis zwei Bft. N/NW, stark bewölkt, etwas Nieselregen. Morgen soll es dreiviertel des Tages Gewittern. In Barth möchten wir das Schmuddelwetter aussitzen. Der Wetterbericht hat sich nicht verändert. Es gibt Erquickenderes, als zehn Stunden mit Motor. In Warnemünde, so schön es auch ist, hängen zu bleiben, wollen wir nicht. Etwa 20 Yachten, die Hälfte aus Holland haben den selben Gedanken. Alle gehen nach und nach raus in Richtung NE, entlang der Küste. Wir legen um 09.00 Uhr ab, segeln zwei Stunden und starten dann aufgrund absoluter Flaute den Motor. Zumindest heitert es auf, die Sonne scheint, es wird wärmer und so motoren wir gemächlich mit 6 Knoten vor uns hin.

Spiegelglatte Ostsee, hinter uns nochmal zehn Yachten in die selbe Richtung. Der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft mit ihren roten und grünen Zonen naht. Absolutes Fahr- und Passierverbot! Rein ins Fahrwasser des Gellen Stroms in Richtung Barhöft, Steuerbord abbiegen, hinein in das Boddengewässer nach Barth. Noch zwei Stunden höchste Aufmerksamkeit, immer schön mittig im ausgezeichnet gekennzeichneten Fahrwasser bleiben. Idylle, Ruhe, Stille, Natur, Landschaft, Vogelwelt pur! Mit einer Solltiefe von durchgehend drei Meter haben wir noch genug Platz unterm Kiel. Nur bei Gegenverkehr wird es eng. Aber heute am frühen Abend sind wir allein auf weiter Flur.

Der staatlich anerkannte Erholungsort Barth mit etwa 9000 Einwohnern ist das Wassersportzentrum der Region. Das wirtschaftliche Leben wird durch mittelständische Unternehmen, Handwerksbetriebe, Dienstleistungen, Landwirtschaft, Gartenbau und Handel geprägt. Die Vinetastadt sprüht eine gewisse Gelassenheit und Ruhe aus. Von Hektik, Betriebsamkeit et cetera keine Spur. Da hat sich fürs erste der Weg hierher durch den Bodden gelohnt. Morgen geht es nach Zingst, dem Sylt des Ostens. So spricht der Volksmund in Barth.

Was heißt denn überhaupt Vineta? Wo liegt Vineta?

Der Name der versunkenen, prächtigen Stadt, die es vor 1000 Jahren gab, versank einer Sage nach im Meer. Vineta geistert seit Jahrhunderten durch die Welt der kirchlichen und weltlichen Geschichtsscheiber, etwa so wie die Geschichte des versunkenen Atlantis. So haben auch wir festgesteltl, dass ein Stadtbummel durch Barth unversehen zu einer Reise nach Vineta gerät. Allgegenwärtig ist uns dieser Name in dieser reizvollen pommerschen Seestadt begegnet.

Das Fahrwasser von Barth nach Zingst treibt mir tagsdarauf die Schweißperlen auf die Stirn. Solltiefe zwei Meter. Bitte Tonnenstrich befolgen. Mal 2,50 Meter, dann wieder 2,30 Meter. Bei 2,20 Meter bleibt das Echolot stehen – schwitz! 5,80 Meter, 6,50 Meter, der Zingststrom ist erreicht und die Begrüßung im Yachtclub Zingst durch einen Segler fällt hilfsbereit, freundlich und kommunikativ aus. 114 Kapitäne waren von 1860 bis 1890 hier in Zingst beheimatet. Wir sind neugierig wie uns Zingst gefällt?

Der Volksmund übertreibt maßlos. Sylt des Ostens. Sylt ist einmalig! Aber Zingst ist wirklich eine See-/Schiffsreise) Reise wert! Fünfzehn Minuten zu Fuß vom Bodden bis hinüber zur Ostsee. Quer duch Zingst bis zur Seebrücke. Wir lassen uns Zeit, bummeln hier und da. Mittagessen im „Skipper“ (lohnt sich), nehmen die Naturlandschaft in uns auf. Nach der Ruhe in Barth, hier in Zingst sanfter Tourismus; alles noch gesittet und überschaubar. Irgendwie strahlt die gesamte Gegend eine innere Ruhe aus. Landschaftlich bemerkens- und beschützendswert!

Sonnige Grüße von Bord

HJR

Hinweis

Weitere interessante Berichte, Bilder et cetera  unter: https://plus.google.com/u/0/+SYOCEANSPIRIT/posts

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2018-04-10T09:25:24+00:00 6. November 2016|