Törnbericht – Cuxhaven bis Amsterdam (Teil 1)

Törnbericht – Cuxhaven bis Amsterdam (Teil 1)

Auf geht´s gen Süden!

Wenn Engel reisen!

Das Wetter wie vorher gesagt! Der Start wie geplant! Was kann da noch schief gehen? Die Stimmung beim Skipper hormonbedingt etwas im Keller. Gerne hätte ich meine Familie mit dabei. Dafür habe ich einen gut gelaunten, sympathischen und kommunikativen Eidgenossen an Bord. Marcel könnte mein Sohn sein. 20 Jahre jünger und noch voller Elan. Da kommen doch zweifache Vatergefühle auf. Na ja, in drei Wochen bin ich erst einmal wieder zu Hause. Nun aber konzentriere ich mich darauf, unseren „Dampfer“ erst einmal samt Skipper mit meiner Einmann-Crew sicher via Helgoland, Borkum, Vlieland, dem Ijsselmeer nach Amsterdam zu schippern.

Dienstag, 6.00 Uhr morgens, blauer Himmel, Sonnenschein, Ostwind, drei Beaufort. 7.00 Uhr Brückenpassage City Hafen, noch kurz an die Dieseltankstelle. Ohne volle Wasser- und Dieseltanks laufe ich nicht aus. Auf geht es nach Helgoland. Marcel war gestern bei seiner Anreise schon von meiner Törnplanung begeistert und ist voller Vorfreude, deutschlands einzige Hochseeinsel kennenlernen zu dürfen.

Zwischenstation Helgoland

Ein Traum-Segeltag beginnt. Raus geht es in den Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer, welches 1990 ausgewiesen wurde. 1992 erfolgte die Anerkennung durch die UNESCO zum Biophärenreservat. Seit 2001 gehört der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer zum UNESCO-Weltnaturerbe. Die grünen Steuerbordtonnen lassen wir außerhalb des Fahrwassers rechts liegen. Querab die Insel Neuwerk, inmitten der Elbmündung und zu Hamburg zugehörig. Auf drei Quadratkilometer wohnen etwa 40 Insulaner dort. Das Wahrzeichen der Insel ist ein 45 Meter hoher Turm. Einige Seemeilen weiter folgt die kleine Insel Scharhörn. Von Sahlenburg und/oder Duhnen/Cuxhaven geht es auch mit einem Wattführer zu Fuß zu den Inseln. Die Pflanzenwelt und Seeschwalbenkolonien lohnen sicherlich einen Besuch auf den Inseln.

Seehunde auf den Seehundbänken sehen wir heute nicht. Es ist zwar ablaufendes Wasser, aber immer noch nahe Hochwasser. Wir rauschen mit über 8 Knoten über Grund in Richtung Helgoland. Gut, das wir heute erst in Richtung Helgoland segeln. Am Pfingstwochenende lagen 200 Schiffe im Hafen – Nordseewoche. Für Nicht-Segler, Regattawochenende auf Helgoland.

So erreichen wir nach 41 Seemeilen in fünfeinhalb Stunden pünktlich um 13.00 Uhr den Südhafen von Helgoland.

An dieser Stelle einmal kurze Informationen zu Helgoland:

Deutschlands einzigste Hochseeinsel liegt ungefähr 70 Kilometer vom Festland entfernt und der riesige Sandsteinfelsen ragt 61 Meter über da Meer hinaus.Trotz der vielen Tagestouristen immer noch eine Oase der Ruhe und Abgeschiedenheit. Ein einzigartiges Naturgebiet, geprägt durch die Kraft des Meeres, mit einmaliger Flora und Fauna sowie durch den milden Golfstrom begünstigt.

Helgoland ist geteilt in einen flachen, einen mittleren und einen hoch gelegegenen Teil. So spricht man auf Helgoland auch von „Oben“ und „Unten“. Ich, sowie auch wir als Familie mögen Helgoland. Gesunde Luft und viel Sonne, ideal für Allergiker, Asthmatiker und Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen. Die Insel der Nordsee bietet die jod- und sauerstoffhaltigste Luft in ganz Deutschland.

Gegen Nachmittag läuft noch eine schwedische 43-Fuß-Yacht auf Helgoland ein. Das nette Skipper-Ehepaar gesellt sich längseits zu uns und wir plaudern über das woher und wohin. Kurzum, wir beschließen gemeinsam nach Amsterdam zu segeln. Sie möchten mit ihrem Schiff auch in den Süden. Der Zielhafen soll Lagos in Portugal sein. Gut so, so bin ich nicht mehr alleine. Sicherlich werden wir uns auf den Weg dorthin noch oft begegnen.

Morgen um 6.00 Uhr geht es weiter nach Borkum.

Sonnige Grüße von Bord und von Helgoland

HJR

 

2018-05-22T18:41:01+00:00 22. Mai 2018|