Törnbericht Cuxhaven bis Amsterdam (Teil 3)

Törnbericht Cuxhaven bis Amsterdam (Teil 3)

Zwischenstation Ijsselmeer

Schön, wieder in Holland zu sein! Von Vlieland aus fahren wir unter Motor im gut betonnten Fahrwasser knapp drei Stunden nach Harlingen. Umrahmt von kleinen Inseln und trocken fallenden Wattgebieten mit Seehundbänken. Einfach eine Augenweide.

Ab heute habe ich einen neuen Steuermann. Übung macht den Meister. Statt Zürichsee Wattfahrwasser in den Niederlanden. Plattbodenschiffe, Fähren, Sportboote, Küstenmotorschiffe (Kümos), in der sehr gut betonnten Fahrrinne ist was los. Alle möchten entweder nach Harlingen und/oder kommen von dort.

Ein Anruf auf Kanal 11 und die Brücken im groß angelegten Hafen öffnen sich wie von Geisterhand. Wir liegen mitten in der Stadt – herrlich. Das nenne ich Flair. Ich habe es vermisst. Über ein Jahrzehnt waren wir mit dem Schiff nicht mehr in Holland. Schwülwarm ist es geworden. In den Gassen von Harlingen wimmelt es von Menschen, die es sich heute am Freitag Abend in den Restaurants, Bars und Cafe´s gut gehen lassen. Holland ist unvergleichbar. Schade, dass die Family nicht dabei ist.

Am Samstag ist wieder bestes Sommerwetter. Um 9.00 Uhr verabschieden wir uns von Harlingen. Heute gibt der Skipper aus der Bordkasse eine Pizza aus. Wir möchten in Makkum schön Essen gehen. Inklusiv der Schleuse in Kornweddersand laufen wir um 11.00 Uhr in Makkum ein. Nur das mit der Pizza-Hawaii wird nichts. Die zwei italienischen Restaurants öffnen erst um 16.00 Uhr am Nachmittag. Also schwinge ich an Bord den Kochlöffel. In Enkhuizen starten wir morgen einen neuen Versuch.

Um 13.00 Uhr heißt es wieder „Leinen los“ um weiter unserem Tagesziel zu folgen – Enkhuizen. Bei schwachen Winden segeln wir gemächlich und entspannt sowie bereits sonnengebräunt bei strahlendem Himmel und 27 Grad quer über das Ijsselmeer.

Ich habe mir in den Kopf gesetzt im Alten Hafen von Enkhuizen fest zu machen. Mal wieder eine Brückenpassage. Und, was der Skipper sich in den Kopf setzt wird durchgezogen. Mitten in der Stadt, im „Päckchen“, an der Flaniermeile und den Restaurants sowie Bistro´s. Meine Ein-Mann-Crew ist wieder aus dem Häuschen, so sehr gefällt es ihm. Er genießt still!

Enkhuizen, historisch, pittoresk und gemütlich. Im 17. Jahrhundert war Enkhuizen eine der wohlhabendsten Städte der Niederlande. Enkhuizens reiche Geschichte lässt sich heute noch bei unserem Spaziergang durch die Altstadt mit ihren zahlreichen Villen, Kanälen, Kirchen, Stadtmauern und Häfen erkennen.

Rund 15.000 Yachten und Schiffe machen jedes Jahr im Buitenhaven und im Oude Haven (Binnenhafen oder Alter Hafen) fest. Und, freies WLAN!

Da die Wetterfrösche ab Montag Gewitter für Amsterdam und Umgebung vorhergesagt haben, machen wir uns morgen, am Sonntag, nach unserem Pizzeria-Besuch auf den Weg nach Amsterdam. Rund 28 Seemeilen mit einer Schleuse kurz vor Amsterdam. Nach sechs Tagen ist das Etappenziel Amsterdam erreicht. Perfekt geplant, perfekt umgesetzt, perfektes Wetter, da freut sich der Unternehmensberater und Interim Manager. Geht doch!

In Amsterdam machen wir erst einmal ein oder zwei Tage Pause.

Sonnige Grüße von Bord und aus Enkhuizen

HJR

 

2018-05-29T20:06:49+00:0027. Mai 2018|