Törnbericht: Amsterdam bis Cherbourg (Teil 5)

Törnbericht: Amsterdam bis Cherbourg (Teil 5)

Zwischenstation Bologne sur Mer

Der Tag fängt für die Fahrt nach Bologne sur Mer sehr gut an. 7.00 Uhr morgens, blauer Himmel und Sonnenschein. Zwar kein Wind, aber das wussten wir. Dafür „rauschen“ wir unter Motor mit Marschgeschwindigkeit, sprich 1.800 Umdrehungen, und „Schiebestrom“ mit 9,5 Knoten über Grund die Küste entlang. Der Küstenstreifen an Backbord wird immer ansehnlicher. Steuerbord sehen wir die Straße von Dover, Dover selbst und somit natürlich die englische Kanalküste. Super Sicht.

Ab Calais ändert sich alles! Jetzt sind wir wohl angekommen in der Normandie. Grüne, bewirtschaftete Felder und Wiesen, Wälder, Steilklippen, kleine Dörfer, Dünenlandschaft und das Wasser hat seine Farbe auch verändert. Das ist etwas für das Auge. Und ein Delphin hat auch kurz guten Tag gesagt. Das ist ja fast Mittelmeer-Feeling!? Mit uns sind etwa zehn Yachten unterwegs nach Bologne. Vorbei an Calais (sehr betriebsam mit ein- und auslaufenden Fähren) und dann ein kleiner Schlenker nach Backbord und Bologne sur Mer liegt direkt voraus. Achtung, hier beginnen die Stellnetze! Um 13.30 Uhr und 50 Seemeilen in 5,5 Stunden erreichen wir tiefenentspannt Bologne. Das war „Speedboot.

Diese Tiefenentspanntheit meines Eidgenossen steckt an. Marcel genießt einfach. Ist das nicht wunderbar. Auf unserer OCEAN SPIRIT kommen alle zur Ruhe und inneren Ausgeglichenheit.

Die Normandie soll ja hunderte Landschaftsformen aufweisen. 650 Küstenkilometer beinhaltet sie. Ein mildes, ozeanisches Klima sorgt hier, im französischen Westen, für üppige Fruchtbarkeit. Es sollen auch viele historische und kulturelle Sehenswürdigkeiten vor Ort bestaunt werden können. Vor sehr langer Zeit war die Normandie die reichste französische Region. In Bologne sur Mer haben wir einiges davon sehen dürfen.

Und heute ist Premiere. Der Skipper holt die Hängematte raus. Chillen und Sonnenbaden ist angesagt. Wenn wir schon so früh angelegt haben, gilt der Nachmittag ausschließlich dem Eigner.

Nach dem obligatorischen Milchkaffee am Nachmittag stöbern wir noch durch die Kunst- und Geschichtsstadt mit ihren zwei sehr unterschiedlichen Stadtteilen. Einmal die Befestigungsanlage mit der gebildeten Oberstadt und Schloss-Museum und die Unterstadt, die gekennzeichnet ist durch Fischerei-, Fracht- und Yachthafen. Berühmt für seine Gastronomie, ist die Stadt von Bologne sur Mer hauptsächlich auf Meeresfrüchte spezialisiert.

Wir lassen den heutigen Tag langsam ausklingen und starten morgen gen Dieppe.

 

Sonnige Grüße von Bord aus Bologne sur Mer

HJR

 

 

2018-06-05T09:49:02+00:003. Juni 2018|