Skipper ohne Familie

Skipper ohne Familie

Klar Schiff für den nächsten Törnabschnitt nach La Coruna!

Los, ab nach Hause, der Zug wartet nicht. Einer muss ja Geld verdienen! Ich habe mein Soll bereits Anfang des Jahres eingefahren. Der Abschied fällt schwer; ist immer so. Gerne hätten wir gemeinsam noch ein bis zwei Wochen dran gehängt. Aber, die Pflicht ruft. Meine beruflichen Verpflichtungen rufen auch immer lauter. Die Klienten benötigen mich wieder ab Mitte Augst. So gönne ich mir noch drei Wochen für den Törn bis nach La Coruna. So die Planung. Bisher sind meine Planungen und Vorstellungen ja alle eingetreten.

Skipper allein an Bord heißt, Wäsche waschen, sauber machen, Fußboden wischen, klar Schiff eben. Einige kleine Einkäufe stehen auch noch auf meiner Liste. Für zwei Tage bin ich allein, dann bekomme ich ein neues Crewmitglied.

So bummele ich nochmals über den Flohmarkt in La Rochelle, nehme das kostenfreie Mietangebot für ein Fahrrad der Marina in Anspruch, schreibe, formuliere, setze mehr als 1000 Wörter aneinander, bin etwas kreativ, grübele über die Zukunft, mache mir berufliche Gedanken, fummele hier und putze da, schaue etwas Hafenkino, chille in der Hängematte, mache meine Etappenpläne, recherchiere im Internet bezüglich der Häfen, die ich gerne anlaufen möchte und dann noch Small Talk mit einigen Eignern am Visitor-Ponton. Das übt mein Schulenglisch wieder aufzufrischen.

Ist das ein Leben! Und all die jungen Frauen hier in der Marina. Voll in Frauenhand. Von der Rezeption über das Stegbüro für ankommende Gäste bis hin zu den vielen weiteren Funktionen einer Marina. Der Nachwuchs ist gesichert. Diesbezüglich ist mir in Frankreich in den Häfen aufgefallen, dass überdurchschnittlich viele Marina-Funktionen mit Frauen besetzt sind. Nicht nur die verwaltungstechnischen Abteilungen, sondern auch im praktischen Bereich wie zum Beispiel „Hafenkontrolle im Schlauchboot“, „Empfangskommiteé im Schlauchboot“ et cetera. Richtig heiß sind die hier. Jeden Tag mehrfache Kontrollrunden zu Wasser und zu Land auf den Stegen, ob auch alle Gäste richtige Angaben gemacht haben und alles korrekt bezahlt wurde. Hier kann niemand die Hafengebühren prellen. Die haben alle auf dem Schirm. Dafür ist der Service – ich hatte bereits darüber kurz geschrieben – unschlagbar. Aber auch die Verwaltung und Selbstverwaltung!

So, nun ist es gut mit formulieren. Ich mache mir erst einmal einen Frappé und lege mich wieder in die Hängematte. An dieser Stelle mit dem Verweis, dass jeder Segelinteressierte gerne auch einmal an Bord Seeluft schnuppern kann. Also, Seesack gepackt und rauf auf unseren „Dampfer“. Siehe hierzu den Blog https://www.sy-ocean-spirit.de/mitsegeln-auf-der-syocean-spirit/.

Sonnige Grüße von Bord aus La Rochelle

HJR

2018-07-13T19:24:32+00:0015. Juli 2018|