Maitörn 2016 – Teil 3 (Lübecker Bucht/Travemünde – Lübeck)

Maitörn 2016 – Teil 3 (Lübecker Bucht/Travemünde – Lübeck)

Wer sich aufmacht, um die Ostsee zu erobern, wird sie finden – die Weite. Da gibt es Fjorde und Buchten, Bodden und Inseln. Kein Revier ist so vielfältig, so leicht und doch so lebendig. Fjord ist ein gutes Stichwort. Wir machen uns auf den Weg nach Lübeck, die Trave hinauf. Von Travemünde rund 13 Seemeilen bis in die Altstadt von Lübeck.

Lübeck, 1143 als erste deutsche Stadt an der Ostsee gegründet, hat seinen Besuchern viel zu bieten. Von der prachtvollen Architektur über eine beindruckende vielfältige Gastronomie bis zum vollgefüllten Veranstaltungskalender. Allein die Altstadt, aber auch die Trave hinauf, ist eine Reise wert. Seit 1987 ist die historische Altstadt Weltkulturerbe der UNESCO. Eine reizvolle Mischung aus mittelalterlichem Ambiente und modernen Geschäften. Als wahre Fundgrube erweist sich die Hansemetropole wenn es um Galerien, Kirchen, Museen, Theater, Film und Musik geht. Der Höhepunkt schlechthin ist das Lübecker Holstentor! Der Wehrbau aus dem 13. Jahrhundert ist das Wahrzeichen Lübecks und weltweit bekannt.

So genießen wir die frühsommerlichen Tage in der Hansestadt Lübeck. Unsere Ocean Spirit liegt gut vertäut in der Altstadt-Marina, die im letzten Jahr einen neuen Pächter bekommen hat. Nun soll alles besser laufen. Mister D., der neue Hafenmeister und der Skipper der Ocean Spirit sind sich beim ersten Kennenlernen schon nicht grün. Das gibt bestimmt noch Zoff. Zumindest hat die Reservierung funktioniert. Kommunikationsdefizite,Verständnisprobleme, andere Nationalität, das kann ja heiter werden. Sei des drum! Jetzt geht es erst einmal wieder nach Hause. Hoffentlich ist das Wetter zu Pfingsten ebenso schön? Ich habe so meine Zweifel. Warten wir es ab.

Immer in zwei Welten leben. Schiff heißt zur Ruhe kommen, entspannen, anderer Tagesablauf, runterfahren, Zeit für sich und die Familie, Kultur, Spazierengehen, Segeln, einfach leben. Zuhause bedeutet wieder in der Tretmühle Arbeit, straffer Zeitplan, Klienten, Probleme lösen, Konzeptionen erarbeiten, Kopfarbeit, uneinsichtige Geschäftsführer, Menschen, die in allem jenseits von Gut und Böse sind. Manchmal bin ich es leid. Zehn Jahre habe ich mir noch verordnet. Eventuell auch nur noch fünf Jahre. Dann ist beruflich Schluss! Spätestens! So hüpfen wir von der einen Welt ind die andere und wieder zurück. Junior, wenn er denn noch mit kommt, geht es ähnlich. Meine „Sicherheitsoffizierin“, sprich Nicole, sieht es nicht anders. Sie hat es noch schwieriger, alles unter einen Hut zu bekommen. Der Perfektionismus lässt grüßen. Aber, niemand kann aus seiner Haut. Oder, sehr schwer, immer mit einem zeitlichen Verlauf.

Das Pfingstwochenende verspricht immer Stau auf der Autobahn. So auch dieses Mal. Wenn auch nur moderat. Statt gute zwei Stunden Fahrzeit, werden es zweidreiviertel Stunden bis nach Lübeck. Wettertechnisch wird das lange Wochenende mies. Zehn, zwölf Grad, Sonne-Wolken-Mix mit Schauer. Machen wir das Beste draus und fahren die Trave wieder hinab nach Travemünde. In den Regenpausen erkunden wir die Altstadt, bumeln die Strandpromenade entlang, genießen die frische Ostsee-Luft und haben Karls-Erlebnishof in Warnsdorf auf dem Plan. Trödeln hier und da. Jeder in der Familie geht seinen Gedanken nach, beschäftigt sich mit sich selbst. Montag Abend geht es dann wider nach Lübeck. Dort erwarte ich am Mittwoch Volker, der bereits im letzten Jahr zehn Tage auf der Ocean Spirit verbracht hat. Auch in diesem Jahr möchte er entspannte Tage an Bord genießen.

So habe ich nach der Verabschiedung meiner Familie etwas Zeit, mich ums Schiff zu kümmern und Lübeck noch intensiver zu erkunden.

Sonnige Grüße von Bord

HJR

Hinweis

Weitere interessante Berichte, Bilder et cetera  unter: https://plus.google.com/u/0/+SYOCEANSPIRIT/posts

2016-11-03T11:59:13+00:00 5. November 2016|